Sporthallen zu Flüchtlingsunterkünften

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Diskussion in Erbenheim

Beitragvon knollenschreck » Mi Aug 10, 2016 8:06 am

Der Anlass ist, dass an zwei Standorten in der Berliner Straße zusätzlich 600 Asylbewerber/Flüchtlinge untergebracht werden sollen. Einhundert sind bereits im Kreuzberger Ring vorhanden, dann wären in Erbenheim also 700, was nicht gerade wenig ist. Ich gehe davon aus, dass die Bedenken die der Ortsbeirat nun schriftlich geäußert hat, auch die Stimmung, die Meinung der Erbenheimer wiedergeben. Ein Ortsbeirat muss so etwas auch dürfen. Wer jetzt auf diese gewählten VertreterInnen des Ortsbezirks Erbenheim rumhakt, scheint zu vergessen, dass ein Ortsbeirat nicht der verlängerte Arm einer Verwaltung ist, sondern die Interessen der Erbenheimer BürgerInnen zu vertreten hat. Die Verwaltung kann diese Bedenken des Ortsbeirates zur Kenntnis nehmen, die Entscheidung ob, wie, wann und wieviel liegt immer noch bei der Verwaltung.
Der Ortsbeirat hat ja nicht generell eine Unterkunft abgelehnt, sondern spricht von Reduzierung. Darf er das etwa nicht? Wir erleben doch, dass Länder wie beispielsweise Österreich ähnliche Diskussionen führen. Wir erleben derzeit, dass Ungarn dicht macht, wir erleben aber auch, dass das sozialdemokratische Musterland Schweden schon lange dicht gemacht hat. Wir erleben, dass alle Asylbewerber von Schweden derzeit zurückgeschickt werden, die über dem Frankfurter Flughafen weiter nach Schweden geflogen sind. Die werden jetzt zurückgeschickt, mit der Begründung, dass sie über einen sicheren Drittstaat (Deutschland) nach Schweden eingereist sind. Ist ja auch nicht von der Hand zu weisen. Wir erleben, dass die östlichen Nachbarn sich der Aufnahme von Asylbewerbern komplett entziehen. Und da soll und darf in Erbenheim nicht mehr über "etwas weniger" geredet und diskutiert werden?
Völlig daneben sind jene, die wieder einmal (um der Diskussion auszuweichen?) die Nazi-Keule schwingen und in Erbenheim gleich den F a s c h i s m u s aufkommen sehen.
Ein Ortsbeirat muss seine Meinung frei und offen artikulieren. Wer was anderes von einem Ortsbeirat verlangt, scheint die Spielregeln in einer Demokratie nicht verstanden zu haben. Wer jetzt mit Wortfetzen antwortet und u.a. von "Brandbrief", "Schande" usw. redet, will keine Diskussion haben. Schade.
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Diskussion in Erbenheim

Beitragvon knollenschreck » Do Aug 11, 2016 6:28 am

Jetzt erfährt man, scheibchenweise natürlich, dass die Gebäude gar nicht alle leerstehen. In der Berliner Straße 275 wurden die dort ansässigen Firmen kurzfristig zum 30.09.2016 gekündigt. Was für ein Geschrei wäre eigentlich wenn dort Asylbewerbern gekündigt würde um dann Firmen anzusiedeln ..
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Beitragvon knollenschreck » Fr Aug 12, 2016 1:21 pm

Folgt man den Leserbriefen und den Statements der AnwohnerInnen, dann sind die wegen des Briefes des Ortsbeirates "nicht vom Stuhl gefallen", sondern zeigen Verständnis für den Ortsbeirat, bemängeln teilweise den Hinweis auf das Hospiz, sind aber der Auffassung, dass ein Ortsbeirat auch solche Themen ansprechen muss. Das finde ich auch. Nicht eindreschen bringt's, sondern zuhören und Lösungen finden.
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Re: Sporthallen zu Flüchtlingsunterkünften

Beitragvon GunnenSar » Di Sep 13, 2016 8:49 am

Leider überall das gleiche Spiel
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