Computerspielsucht

Anregungen und Austauschmöglichkeiten für Eltern in Wiesbaden, z.B. zu den schönsten Spielplätzen, sinnvolle Freizeitgestaltung, Umwelttipps oder auch zu heiß diskutierten Themen wie TV-Konsum und Alkopops ...

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Computerspielsucht

Beitragvon Hoffmann » Di Feb 28, 2012 12:50 pm

Liebe Eltern und Großeltern,
es scheint so, daß nun auch in Hessen die Gefahr, die davon ausgehet, daß Kinder und Jugendliche viel Zeit vor Bildschirmen verbringen, erkannt worden ist. Seit vielen Jahren beobachte ich, daß Eltern auf Zehenspitzen an Kinderzimmern vorbeigehen in der Meinung, da drinnen entstände eine kleiner Einstein. In Wahrheit ziehen sie einen kleinen Deppen groß.

Vormals wurden das Denkvermögen und die Vorstellungskraft durch Lesen und Erleben angeregt und entwickelt. In der deutschen Spravhe kennen wir den schönen Ausdruck "sich von etwas ein Bild machen". Auf dem Bildschirm wird ein Bild, das sich eigentlich aus der Vorstellungskraft entwickeln sollte, fertig geliefert. Das kann ein falsches Bild sein, das sich im Unterbewußtsein verankert.

Der Computer, mit dem ich mich Jahrzehnte beruflich beschäftigte, war für mich ein Arbeitsgerät, u.a. zur Maschinensteuerung, Arbeitsvereinfachung, Bewahren unwiederbringlicher Werte.

Ich bitte um Ihre Meinung. Ich selbst habe zwei Söhne und zwei Enkel.
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Re: Computerspielsucht

Beitragvon Hoffmann » Mi Sep 03, 2014 9:36 am

Ich möchte diees Thema noch einmal in den aktuellen Bereich rücken. Angesichts der Meldung, daß das Handwerk ca. 30000 Lehrstellen nicht bestzen kann, muß man sich fragen, welche Berufswege junge Menschen einschlagen. Ich bin sehr glücklich, daß meine beiden Enkel (Mädchen) und der Enkel meines Bruders (Junge), alle mit Abitur oder Fachabitur; den Weg ins Handwerk oder in gleichranginge Berufe gefunden haben.

Ein anderes Beispiel aus meiner früheren Berufspraxis: Ein junger Mann, damals noch Schüler an einem Wiesbadener Gymnasium, interessierte sich sehr für Entwicklungsarbeit auf den Gebieten Computer-Software und Hardware und war auch in der Lage, sich entsprechende Fähigkeiten anzueignen. Sein Vater hatte Anderes mit ihm vor und drängte ihn dazu, als Finanzberater tätig zu werden. Meines Erachtens war er dafür eine viel zu ehrliche Haut. Jahre später saß er mir tränenden Auges gegenüber und bedauerte, diesen Weg gegangen zu sein.
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Re: Computerspielsucht

Beitragvon Thingdou » Mi Apr 27, 2016 1:34 pm

Auch wenn das Thema schon relativ Alt ist:
Ich bin selber mit Computerspielen aufgewachsen und in meinem Freundekreis gibt es viele, die noch spielen.

Es ist eine Frage der Intensität, ob man computerspielsüchtig ist.

In der heutigen Zeit kommt man um das Thema einfach nicht herum. Menschen, die sich früher über Computerspiele lustig gemacht haben, spielen heutzutage auch. Es ist mittlerweile schon eine Volkssport geworden.

Es ist deswegen falsch dagegen eine harte Linie zu fahren, da die niemals durchsetzbar sein wird.
Am besten mit dem Kind feste Spielzeiten ausmachen.

Grüße
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Re: Computerspielsucht

Beitragvon Ibasella » Mi Mai 04, 2016 10:55 am

Ich werde jedenfalls meinem Kind nicht unbeaufsichtig Pc Spielen lassen, wenn es mal in das Alter kommt. Haben deswegen einen Pc im Wohnzimmer stehen. Dann können wir immer sehen, wann es spielt und was es spielt.

Ich habe einfach Angst, dass solche Spiele zu belastend sind. Vor allem ist es heutzutage ja recht einfach an FSK 18 Spiele heranzukommen.
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Re: Computerspielsucht

Beitragvon HenrikL » Do Jun 16, 2016 3:25 pm

Es ist einzig die Aufgabe der Eltern, ihre Kinder zu erziehen. Und dazu gehört eben auch der Medienkonsum. Also die Frage, was konsumiert wird und wie lange. In allen Bereichen braucht ein Kind Grenzen, auch da. Und diese Grenzen müssen die Eltern eben abstecken. Wo diese Grenzen liegen ist von Familie zu Familie unterschiedlich. Allerdings habe ich auch das Gefühl, in relativ vielen "modernen" Familien zu beobachten, dass die Grenzen in manchen Bereichen komplett wegfallen. Und das geht natürlich überhaupt nicht!
Alle Angaben ohne Gewähr! :)
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Re: Computerspielsucht

Beitragvon sineous » Fr Jun 17, 2016 8:06 am

Zu dem Thema musste ich doch glatt was loswerden - als eine aus der Generation, die mit der Einführung des Internet groß geworden ist und nun im Medienbereich arbeitet (Jahrgang 1986). Generell stimme ich HenrikL zu - Eltern müssen ihrer Verantwortung zur Erziehung ihrer Kinder mehr nachkommen.

Ich habe oft genug beobachtet, wie Freunde oder Bekannte von mir ihrem Kind einfach aus Bequemlichkeit das Tablet oder Handy in die Hand drückten, in der Hoffnung, eine halbe Stunde Ruhe zu haben. Oder als Besuch da war und das Kind nach Aufmerksamkeit schrie, es für eine Stunde und mehr vor eine Dauerschleife Netflix-Kinderprogramm setzten, um mehr Zeit für den Besuch zu haben! Man rechtfertigt sich damit, dass das Kind den Umgang mit den "neuen Technologien" lernen soll. Gleichzeitig überwacht man alles kleinlich, was das Kind so am PC treibt und installiert Sicherheitsfilter für nicht-jugendfreie Inhalte.

Man überbehütet nebenbei den Nachwuchs, indem man ihn nicht draußen spielen lässt - höchstens noch im eigenen Garten. Wenn ich in "Ausländerviertel" Wiesbadens gehe, sehe ich noch vereinzelt Kinder auf den Straßen und erinnere mich mit tränendem Auge daran, welchen Unfug ich auch früher in der Nachbarschaft getrieben habe: mit den Nachbarskindern auf Bäume klettern, Fahrrad fahren auf dem Parkplatz des nahen Einkaufscenters, eine Währung aus Baumblättern eingeführt... In den typisch deutschen Haushalten wird man vermutlich als "Rabenmutter" oder "-vater" geschimpft, wenn man Kinder stundenlang unbeaufsichtigt spielen lässt. So bleibt ihnen zwangsweise nur der PC im heimeligen Wohnzimmer, wo die Eltern schön alles beaufsichtigen können in dem Glauben, dem Kind damit etwas Gutes zu tun. [Sorry Ibasella, ist nicht gegen dich persönlich - ich habe viele Freunde, die das genauso sehen und die ich bisher vergeblich versuchte, vor solchem Denken zu bewahren.]
Aber da muss man sich doch selbst an den Kopf fassen. Natürlich erzieht man so nur Deppen, wie Ibasella sagte, die nicht eigenständig lernen, die Welt und deren Möglichkeiten, aber auch die Risiken zu erkunden.

Das Problem ist aus meiner Sicht, dass die Eltern meistens selbst keine Ahnung von den "neuen Medien" haben und wie man Kinder so erzieht, dass sie diese verantwortungsvoll nutzen. Wenn ich sehe, wie Freunde jedes Babyfoto des Nachwuchses bei Facebook posten, Germanys Next Topmodel vergöttern und sich dann über Pädophile im Netz oder Cybermobbing aufregen, oder dass die Teenie-Tochter viel zu leichtgläubig vor ihrer Webcam posiert - da kann ich mir nur an den Kopf fassen. Oder auch klassisch; wenn Menschen mir erzählen, dass sie ihren E-Mail-Account löschen mussten wegen zu vielen Spam-Mails; dann veröffentlicht doch nicht eure Adresse überall so, dass Spam-Bots leicht drauf zugreifen können! Aus meiner Sicht müssten deshalb viel mehr Internet-Crashkurse angeboten werden - nicht nur für Senioren! Auch vermeintlich "erfahrene", gerade junge Leute unterschätzen oft die Risiken, denen sie begegnen.

Aber Leute, lasst das helikoptern - wir müssen unseren Kids mit gutem Beispiel VORLEBEN, wie sie etwas richtig machen. Indem wir sie überwachen, schaffen wir nur obrigkeitshörige Maschinen, die keinen Mut haben, auch mal etwas auszuprobieren. Die Welt braucht Kinder, die mutig sind und sich trauen, in der Welt etwas zu bewegen und sich nicht im Kinderzimmer verkriechen aus Angst, es den Etern nicht recht zu machen.
__
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Re: Computerspielsucht

Beitragvon GunnenSar » Di Jun 21, 2016 8:17 pm

Es ist richtig. Die meisten Eltern haben selbst viel zu wenig Ahnung und unsere Kids wissen da häufig viel mehr als die Eltern.
Grundsätzlich sollte man ihnen den PC auch nicht verbieten, denn in der Zukunft wird es gar nicht mehr ohne gehen.
Natürlich muss man ein Auge drauf haben, was am PC gemacht wird. Nur spielen wäre auch nicht gut.
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Re: Computerspielsucht

Beitragvon HannaL » Di Okt 18, 2016 10:40 am

Hallo alle zusammen :),

ich denke das ganze Thema rund um die Computerspielsucht wird meiner Meinung nach überdramatisiert.
Es ist wahrscheinlich genau das gleiche, wie in meiner Jugend mit den Kindersendungen im Fernseher.
Der Computer ist die Zukunft und ohne das Wissen haben es die Kinder die ohne aufwachsen extrem schwer später.

Lg Hanna
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Re: Computerspielsucht

Beitragvon GunnenSar » Di Okt 25, 2016 4:04 pm

HannaL hat geschrieben:Hallo alle zusammen :),

ich denke das ganze Thema rund um die Computerspielsucht wird meiner Meinung nach überdramatisiert.
Es ist wahrscheinlich genau das gleiche, wie in meiner Jugend mit den Kindersendungen im Fernseher.
Der Computer ist die Zukunft und ohne das Wissen haben es die Kinder die ohne aufwachsen extrem schwer später.

Lg Hanna


Hallo Hanna,

das stimmt wohl, aber auch da gab oder gibt es genug Leute, die zu viel Zeit vor dem Fernseher verbringen und beim Computerspielen ist das Suchtpotential m.E. höher, weil man aktiv daran beteiligt ist.
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Re: Computerspielsucht

Beitragvon Steffaniiiieee » Di Nov 01, 2016 2:46 pm

Ich glaube, man muss eben die Balance finden, zwischen dem Aufwachsen mit der Technik, aber nicht der Abhängigkeit davon im Sinne von sinnlosem Benutzen.
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Re: Computerspielsucht

Beitragvon GunnenSar » Di Nov 01, 2016 5:21 pm

Steffaniiiieee hat geschrieben:Ich glaube, man muss eben die Balance finden, zwischen dem Aufwachsen mit der Technik, aber nicht der Abhängigkeit davon im Sinne von sinnlosem Benutzen.


Es ist eben auch schwer zu sagen, ab wann es sinnloses Benutzen ist. An sich ist ja gegen Computer-/ Konsolenspielen nichts auszusetzen, wenn es eben in Maßen ist. Aber das liegt in der Verantwortung der Eltern. Denn mal ehrlich, wer von uns hat früher freiwillig den Fernseher ausgeschaltet, wenn etwas Gutes lief? ;)
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Re: Computerspielsucht

Beitragvon Steffaniiiieee » Mi Nov 02, 2016 10:37 am

GunnenSar hat geschrieben:
Steffaniiiieee hat geschrieben:Ich glaube, man muss eben die Balance finden, zwischen dem Aufwachsen mit der Technik, aber nicht der Abhängigkeit davon im Sinne von sinnlosem Benutzen.


Es ist eben auch schwer zu sagen, ab wann es sinnloses Benutzen ist. An sich ist ja gegen Computer-/ Konsolenspielen nichts auszusetzen, wenn es eben in Maßen ist. Aber das liegt in der Verantwortung der Eltern. Denn mal ehrlich, wer von uns hat früher freiwillig den Fernseher ausgeschaltet, wenn etwas Gutes lief? ;)


Also ich bestimmt nicht! Allerdings durfte ich auch nicht so oft fernsehen. Am Wochenende und Freitagabend, zumindest, als ich klein war.
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Re: Computerspielsucht

Beitragvon Blitzsäule » Do Nov 03, 2016 10:36 am

Ist das Problem mit der Spielsucht am PC nicht schon längst von der Smartphonesucht überholt worden?

Hier haben wir es mit ganz unterschiedlichen Dingen zu tun, die unsere Jugend (und nicht nur die) an den kleinen Bildschirm fesseln. Wir haben Onlinespiele, Soziale Netzwerke etc etc etc, die Menschen verschiedener Alterklassen und Geschlecht das Schlauphon permanent in der Hand halten lässt. Junge Frauen und Mädchen vor allem haben ständig in einer Hand das Handy und wischen drauf rum, wenn sie über die Straße gehen.

Sitzen bei Familienfensten die jungen Leute bei euch nicht auch mit Blick auf ihr Display am Tisch?
Das finde ich schlimmer als den guten alten PC, denn den konnte man nicht bedienen wenn man unterwegs war.
Die Smartphones bei Zusammenkünften zeigen uns
a)die Leute, die nicht da sind, sind wohl interessanter
b) die Süchtigen können auch untereinander Kommunizieren und alle anderen kriegen das nicht mit. Ist so ähnlich wie wenn man früher getuschelt hat und damit unangenehm aufgefallen ist
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Re: Computerspielsucht

Beitragvon Harry » Mo Dez 12, 2016 1:54 am

Hi miteinander,
ganz genau das ist der wichtige Punkt. ;)
In jeder Generation gibt es irgendein Gerät, mit dem die Jugend süchtig sein soll.
Zu meiner Zeit war es die ATARI-Sucht, danach die Computer-Sucht, jetzt die Smartphone-Sucht und als nächstes die.....
Alles wird meiner Meinung nach überbewertet......
Viele Grüße Harry
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Re: Computerspielsucht

Beitragvon Blitzsäule » Mi Dez 14, 2016 1:33 pm

Den Atari oder den PC konnte man nicht unter den Arm klemmen und mit auf die Straße nehmen.
Die Jugend von damals war unterwegs oder im Urlaub gezwungen, einmal etwas anderes zu machen.
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